Nachdem ich nun unsere Tochter so zur Welt gebracht habe, wie ich es mir am Ende der 1. Schwangerschaft schon für die Geburt von unserem Sohn Finn gewünscht hätte, möchte ich nun die Gelegenheit nutzen, beide Geburten im Hinblick auf HypnoBirthing miteinander zu vergleichen.

Auf den ersten Blick, sind beide Geburten und auch die Schwangerschaften doch recht unterschiedlich verlaufen.

Aber nichts desto trotz hatte ich zwei wundervolle Geburtserlebnisse mit HypnoBirthing. Sowohl im Krankenhaus, als auch zu Hause.

In meiner ersten Schwangerschaft habe ich in der 29.SSW durch Zufall von HypnoBirthing erfahren und in der 31.SSW angefangen, die Entspannungs- und Atemübungen zu machen. Einen Kurs haben mein Mann und ich dann ab der 34.SSW besucht.

In der 2. Schwangerschaft war ich bereits selbst ausgebildete HypnoBirthing Kursleiterin. Ich habe den Kurs während meine eigenen Schwangerschaft ungefähr 10 mal gegeben und ab der 6.SSW jeden Abend eine der Meditationen gehört.

Auch, wenn ich mich bereits in den letzten Monaten der ersten Schwangerschaft viel mit dem Thema selbstbestimmte Geburt beschäftigt habe und viel wusste, auch was ich will und was ich nicht will, war es in der 2. Schwangerschaft von Grund auf noch entspannter und angstfreier.

Die erste Schwangerschaft wurde komplett von meinem damaligen Frauenarzt betreut.
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Die Geburtsreise ist geschafft (Quelle: Freepik.com)

Alles nach den Richtlinien. Alle 4 Wochen zur Kontrolle, ab der 22.SSW jedes mal ein CTG, vaginale Untersuchungen und ab der 32. SSW jede Woche zum Frauenarzt.

Die 2. Schwangerschaft verlief in dieser Hinsicht viel entspannter. Den Großteil der Betreuung wurde von meiner Hausgeburtshebamme übernommen. Alle 4 Wochen ging es hierfür zum Geburtshaus. Die ersten beiden Ultraschalle wurden bei der Frauenärztin gemacht. Ab der 19. SSW habe ich unser Baby nicht mehr gesehen, und mich ganz auf das Hören und Spüren unseres Babys verlassen. Ein CTG wurde nie geschrieben. Zuckertest und b-Steptokokken Test habe ich auch nicht machen lassen. Mein Körper hat mir kommuniziert, dass alles gut ist. Drauf konnte ich mich verlassen.

 

Auch die Geburten an Sich haben sich stark voneinander unterschieden.

Geburt Nummer 1 ist morgens um 10 Uhr 6 Tage vor ET gestartet und dann langsam in Gang gekommen. Abends um 20.07 Uhr hat unser Sohn das Licht der Welt erblickt.

Unsere Tochter hatte dagegen ihren ganz eigenen Kopf. Auch bei ihr ging es 6 Tage vor ET Nachmittags gegen 16 Uhr los. Nach einer Stunde hatte sie allerdings keine Lust mehr und es sich noch mal gemütlich gemacht, bevor sie sich dann 3 Tage später abends auf den Weg gemacht hat.

Da ich bei unserer ersten Schwangerschaft erst sehr spät den Wunsch verspürte, nicht im Krankenhaus zu gebären, war es leider nicht mehr möglich, eine Hebamme für eine außerklinische Geburt zu finden. Somit war mir klar, dass wir irgendwann ins Krankenhaus fahren müssen. Ich wollte aber so lange wie möglich zu Hause bleiben. Die erste Phase der Geburt verbrachte ich also zu Hause, Affirmationen hörend, in der Badewanne, im Wohnzimmer und auf dem Sofa.

Wir sind dann gegen 17 Uhr Richtung Krankenhaus aufgebrochen. Um 17.45 Uhr haben wir den Kreißsaal bezogen. Es wurde CTG geschrieben (nicht so angenehm), ich bin in die Badewanne (gar nicht angenehm) und habe dann letztendlich 25 Minuten nach Blasensprung unseren Sohn zur Welt gebracht. Ohne Schmerzmittel.

Leider nicht in meiner Wunschkleidung (mir wurde nach dem Baden ein hässlichens OP-Hemd aufgezwungen) und auch nicht in meiner Wunschposition (ich lag -wenn auch sehr aufrecht- auf dem Rücken).

Als die 2.Geburt gegen 19 Uhr losging, was für uns bereits klar, dass wir zu Hause bleiben. Wir hätten auch ins Geburtshaus fahren könen.

Auch diesmal habe ich wieder Affirmationen gehört, mich entspannt und den Ball oder das Sofa zum Abstützen und Veratmen genutzt.

Mir was es unter der 2.Geburt noch wichtiger, auf meinen Körper zu hören, seinen Impulsen zu folgen und das zu tun, wonach mir ist. Auch das Tönen war mir wichtig. Keine falsche Scheu. Sollten die Nachbarn die Polizei rufen, müssen wir das halt erklären. 😉 Dazu kam es natürlich nicht. Geburt ist kraftvoll, aber nicht zwingend laut. Tiefere Töne tragen nicht so weit.

Nach vielen räumlichen Wechseln (eigentlich nur Wohnzimmer, Bad, Wohnzimmer, Bad….) bin ich im Bad geblieben.

Dieses Mal konnte ich den Verlauf der Geburt noch deutlicher wahrnehmen. Wie die Wellen länger wurden, wie sie erst unten den Gebärmutterhals verkürzen und den Muttermund öffnen und wie sie anschließend auf die komplette Gebärmutter wirken.

Eine ganz bewusste Pause hat mein Körper kurz vor der Geburt eingelegt und unsere Tochter dann mit einigen kräftigen Wellen auf die Welt geholfen.

Nachdem ich nun also beides erleben durfte: Eine HypnoBirthing Geburt im Krankenhaus und eine zu Hause, würde ich gerne ein kurzes Fazit dazu abgeben. Natürlich alles sehr subjektiv und nur auf meinen Erfahrungen beruhend. Trotzdem würde ich es gerne mit euch teilen.

Generell ist es nicht entscheidend, wo ihr entbindet. Eine HypnoBirthing Geburt funktioniert überall!

Ihr seid diejenigen, die das Werkzeug (eure Entspannung und die Atmungen) in der Hand habt.

Im Krankenhaus heißt es, mit der Hebamme, die gerade Dienst hat zusammen zu arbeiten. Zu Hause habt ihr „eure“ Hebamme dabei. Und natürlich ist euer Partner zu jeder Zeit an eurer Seite. Ihr zwei arbeitet als Team, das zusätzlich durch die Hebamme ergänzt und abgerundet wird.

Es kommt also nicht so sehr drauf an, WO man ist, sondern WIE man ist.

Richtet euch, egal wo, gemütlich ein, kommuniziert, was ihr euch wünscht und vertraut eurem Körper.

Entspannen, Atmen, fallen lassen. Egal, wo ihr seid. Glaubt an euch!
Gibt es den perfekten HypnoBirthing-Geburtsort?

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